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Prof. Dr. Emil Kautzsch

Textbibel

Das Alte Testament

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Die Sprüche.

Kapitel 5.

Warnung vor den Ränken der Ehebrecherin und Preis der rechtmäßigen Liebe.

1 Mein Sohn, merke auf meine Weisheit,

neige meiner Einsicht dein Ohr,
2 daß du Überlegung bewahrst,
und deine Lippen Erkenntnis behalten.
3 Denn von Honigseim triefen die Lippen der Fremden,
und glätter als Öl ist ihr Gaumen.
4 Aber zuletzt ist sie bitter wie Wermut,
scharf wie ein zweischneidiges Schwert.
5 Ihre Füße gehen zum Tode hinab,
zur Unterwelt streben ihre Schritte hin.
6 Daß sie ja den Pfad des Lebens verfehle,
schweifen ihre Geleise, sie weiß nicht wohin.
7 Nun denn, ihr Söhne, gehorcht mir
und weicht nicht ab von den Reden meines Mundes.
8 Laß deinen Weg fern von ihr sein
und nahe dich nicht der Thür ihres Hauses,
9 daß du nicht anderen deine Jugendblüte preisgebest
und deine Jahre einem Grausamen,
10 daß sich nicht Fremde von deinem Vermögen sättigen,
und der Ertrag deiner Mühen nicht in das Haus eines Auswärtigen komme,
11 und du zuletzt stöhnen müssest,
wenn dir Leib und Fleisch hinschwinden,
12 und sprechen müssest: Ach! daß ich Zucht gehaßt habe,
und mein Herz die Rüge verschmäht hat!
13 daß ich nicht der Stimme meiner Lehrer gehorcht
und denen, die mich unterwiesen, mein Ohr nicht geneigt habe!
14 Fast wäre ich völlig ins Unglück geraten
inmitten der Versammlung und der Gemeinde.

15 Trinke Wasser aus deiner Zisterne
und was aus deinem Brunnen hervorquillt.
16 Sollen deine Quellen nach außen überfließen,
deine Wasserbäche auf die freien Plätze?
17 Dir allein müssen sie gehören
und nicht Fremden neben dir.
18 Dein Born sei gesegnet,
daß du Freude habest vom Weibe deiner Jugend.
19 Die liebliche Hinde und anmutige Gazelle -
ihre Brüste mögen dich allezeit berauschen;
durch ihre Liebe mögest du immerdar in Taumel geraten.
20 Warum aber, mein Sohn, wolltest du durch eine Fremde in Taumel geraten
und den Busen einer Auswärtigen umarmen?
21 Denn eines jeden Wege liegen klar vor den Augen Jahwes,
und alle ihre Geleise bahnet er.
22 Die eignen Verschuldungen fangen ihn, den Gottlosen,
und durch die Stricke seiner Sünde wird er festgehalten.
23 Sterben wird er aus Mangel an Zucht
und ob seiner großen Narrheit wird er hintaumeln.